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Tobias Neuhaus Texter

Texten ist mehr als fehlerfreies Schreiben. Es ist ein Handwerk, das Gespür, Kreativität und viel Übung erfordert. Ich erstelle und optimiere Text und Content für:

Advertorials, Blogs, Broschüren, Fachmagazine, Editorials, Flyer,
Grußworte, Interviews, Kunden- und Mitarbeitermagazine, Newsletter,
Postings bei facebook und twitter,
Porträts, PR, Presseanschreiben, Webseiten.



Was darf ich für Sie auf den Punkt bringen?


Textproben

»Vielfalt erkennen«

Dossier der Charta der Vielfalt

So subtil Unconscious Bias – unbewusste Vorurteile – wirken, so unterschätzt ist ihre Bedeutung. Tagtäglich führt dieses Phänomen dazu, dass Menschen nicht nach ihren Fähigkeiten beurteilt und so wertvolle Potenziale übersehen werden – mit gesellschaftlichen wie auch wirtschaftlichen Folgen. Das Dossier richtet sich an alle Menschen, die tagtäglich mit Unconscious Bias zu tun haben: in ihrem Beruf, an ihrer Arbeitsstelle, in der Freizeit oder in der Familie.

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Charta Dossier
Redaktion

Dossier der Charta der Vielfalt

>Diversity Management

»Vielfalt erkennen«

So schwer Unconscious Bias zu fassen sind, so groß ist ihr Einfluss auf wirtschaftliche Entwicklungen. Wenig verwunderlich, dass vor allem internationale Unternehmen, die mit einer großen Vielfalt an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern operieren, systematisch gegen den schädlichen Einfluss von Unconscious Bias vorgehen. Henkel-Vorstandsmitglied Kathrin Menges erklärt im Interview, wie ihr Konzern Unconscious Bias begegnet. Entsprechend stellt Kerstin Pramberger, Diversity-Beauftragte der Deutschen Bank, Workshops und E-Learning-Programme vor, die ihr Unternehmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt hat. Einen Einblick in das Personalmanagement des Beratungsunternehmens Ernst & Young gibt Eva Voß, Managerin Diversity & Inclusiveness. Sie skizziert Strategien, die ein vorurteilsfreies Recruiting unterstützen. Die dazu passende Erfolgsgeschichte liefert der Beitrag von Natalie Mankuleyio. Die mydays-Mitarbeiterin qualifizierte sich über ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren für ihren Job als Personalverantwortliche – und wendet es in dieser Position heute selbst an. Die Journalistin Sheila Mysorekar setzt sich mit der Rolle der Medien bei der Verbreitung und Einschreibung von Stereotypen auseinander. Sie weist Wege auf, wie eine ausgewogene Berichterstattung Unconscious Bias entgegenwirken kann.

»Beteiligungslotse«

Auftraggeber: Kommunikationsbüro Ulmer / Medium: Projekt-Webseite der Baden-Württemberg Stiftung

In Baden-Württemberg gibt es viele Angebote, das eigene Lebensumfeld und die Politik aktiv mit zu gestalten. Der Beteiligungslotse gibt einen umfassenden Einblick in die Beteiligungslandschaft Baden-Württembergs. Er informiert über allgemeine Beteiligungsangebote, landesweite Projekte und über das Programm „Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft“ der Baden-Württemberg Stiftung. Die Webseite macht mit den unterschiedlichen Formen und Instrumenten der Beteiligung vertraut, sodass alle am Thema Interessierten selbst aktiv werden können.

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Beteiligungslotse
Überarbeitung Texte Webseite

Auftraggeber: Kommunikationsbüro Ulmer / Medium: Projekt-Webseite der Baden-Württemberg Stiftung

>Auftraggeber: Kommunikationsbüro Ulmer GmbH

»Beteiligungslotse«

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»Die Ansprüche steigen«

Medium: Kölner Stadt-Anzeiger

Der eine hat sich überreden lassen, der andere macht es aus Spaß. Manche wollen helfen und Verantwortung übernehmen, unter Leute kommen oder einfach etwas Sinnvolles tun. Es gibt viele Gründe, ein Ehrenamt auszuüben – und noch mehr Möglichkeiten. Der Kölner Stadt-Anzeiger wirft einen Blick auf das freiwillige Engagement in Köln. Auf seine Vielfalt, seine Akteure und ihre Motive. Los geht es mit einer Bestandsaufnahme und der Frage: Was ist aus dem guten alten Ehrenamt geworden?

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ehrenamt1
Themenwoche

Medium: Kölner Stadt-Anzeiger

>Lokales

»Die Ansprüche steigen«

Karl Heinz Grimm atmet tief ein. "Schon traurig", sagt der 77-Jährige. Seit 1962 ist er Mitglied beim Eisenbahner-Sportverein Grün-Weiß Gremberghoven und seit 1976 – mit kurzer Unterbrechung – derVorsitzende. Den Zeit und mitunter Nerven raubenden Einsatz für den Verein hat der ehemalige Lokführer nie hinterfragt. Das war immer selbstverständlich, sagt er, "eine Ehrensache eben". Von den ehemals 1500 Mitgliedern sind noch 600 übrig. Die einst zahlreichen Volleyball-, Handball- und Fußball-Teams: seit Jahren aufgelöst. Der Verein schrumpft, und der Nachwuchs bleibt aus. "Wir haben an der Grundschule 100 Zettel verteilt und die Kinder zu uns eingeladen", sagt Grimm. "Gekommen sind zwei Jungs."


Das Ehrenamt kann hart sein. Dennoch wird die Zahl derer, die sich engagieren, nicht weniger. Das belegt die alle vier Jahre vom Bundes-familienministerium in Auftrag gegebene Erhebung, der sogenannte Freiwilligensurvey. Die jüngste Untersuchung zeigt, dass die Zahl der Engagierten stabil ist und bundesweit etwa 23 Millionen beträgt. Köln liegt voll im Trend. "Ein Drittel der Bürger engagiert sich, ein Drittel würde eventuell, und ein Drittel hält sich raus", schätzt Anke Werner von der Freiwilligen Agentur. Die Stelle vermittelt seit 1999 zwischen Leuten, dieaktiv werden wollen, und Einrichtungen, Initiativen oder Projekten, die unentgeltliche Unterstützung benötigen. Vergangenes Jahr gab es knapp 1000 Beratungen. "Das Interesse steigt, gleichzeitig aber auch die Ansprüche der Freiwilligen", sagt die Mitarbeiterin. "Das Ehrenamt befindet sich im Umbruch."

 

Ansehen und Prestige spielen als Antrieb keine große Rolle mehr. Gleichzeitig weisen Lebensläufe – bedingt durch Ausbildung, Studium und Beruf – immer häufiger Brüche und Ortswechsel auf, so dass die langfristige Übernahme eines Amtes eher abschreckt. Die Freiwilligen Agentur hat darauf reagiert: 2012 wurde das Angebot um eintägige, punktuelle Engagements erweitert. Das Ehrenamt zum Reinschnuppern kommt gut an. Nach den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten von Ehrenamtlichen richtet sich auch die Nachbarschaftshilfe Kölsch Hätz. Sie hat sich auf die maßgeschneiderte Vermittlung zwischen Helfern und Hilfebedürftigen im Veedel spezialisiert. An einem Dutzend Standorte übernehmen Ehrenamtliche die Beratung und Vermittlung von Kölnern, die sich engagieren möchten.

 

So kam auch Martina Walbaum zu ihrem Amt. Die Mutter aus Rodenkirchen hat eine Teilzeitstelle in einer Arztpraxis und fährt einmal pro Woche nach Rondorf, um dort für rund zwei Stunden die 77 Jahre alte Frau Hünseler zu besuchen. Die Dame lebt allein, langes Stehen und das Gehen mit Krückstock fallen ihr schwer. Zur Begrüßung gibt es trotzdem eine Umarmung. Eine Kanne Kaffe und ein Teller mit Plätzchen stehen schon bereit.

 

Martina Walbaum engagiert sich seit vielen Jahren. Sie sieht es als Gelegenheit, ihre Stärken und Talente einzusetzen – für andere und für sich selbst. Der Lohn sei "das Gefühl, etwas Besonderes geschafft zu haben", sagt sie. Nebenbei lerne sie was dazu. "Radieschen und Schnittlauch können Sie jetzt schon pflanzen", sagt Frau Hünseler beim Plausch auf der Terrasse und gießt Kaffee nach. "Die sind winterfest."

 

Weshalb jemand seine soziale Ader entdeckt, kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Einen überraschenden präsentierten kürzlich Verhaltensforscher der Chicago Booth School of Business. Sie fanden heraus, dass Menschen dann beginnen Gutes zu tun, wenn sie auf ein Ergebnis warten, das sie nicht mehr beeinflussen können – etwa das Ergebnis einer Klausur, eines Schwangerschaftstests oder eines Bewerbungsgesprächs. Ihr Motiv sei der Glaube, durch gute Taten das Schicksal positiv beeinflussen zu können, sagen die Wissenschaftler. Sie sprechen von einer "Investition ins Karma".

 

Andere halten damit Berufs- und Privatleben in Balance. Marcel Hövelmann zum Beispiel. Der 38-Jährige ist IT-Fachmann beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg. In seiner Freizeit engagiert er sich beim Verein Querwaldein, der sich zusammen mit dem NABU Köln unter anderem um den Schutz von Vögeln und Fledermäusen kümmert. Wenn es auf den Winter zugeht, besuchen Hövelmann und seine Mitstreiter Kölner Friedhöfe und säubern mehrere Hundert Nistkästen, damit im nächsten Jahr darin wieder gebrütet werden kann. "Draußen und an der frischen Luft zu sein, tut einfach gut, wenn man den ganzen Tag im Büro arbeitet", sagt der Tierfreund. Das Engagement hilft ihm abzuschalten – und ist nebenbei auch gesellig. "Das ganze hat auch eine soziale Funktion", sagt der Programmierer.

 

Die Zeiten, in denen der Einsatz für das Gemeinwohl vor allem uneigennützig und selbstlos zu sein hatte, sind vorbei. Die Freiwilligen engagieren sich zwar immer noch für das, was sie für eine gute Sache halten. Sie betrachten ihren Dienst jedoch nicht als Opfer an Zeit und Lebensenergie. Sie wissen, dass ihr Engagement wertvoll ist, und genieren sich auch nicht, Ansprüche zu stellen. Sie wünschen sich Flexibilität, Anerkennung und die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung. Die neuen Ehrenamtlichen sind solidarische Individualisten. Sie wollen sich etwas Gutes tun – und helfen dabei gerne anderen.

 

Auf Hilfe darf auch der ESV Gremberghoven hoffen. Vorsitzender Grimm ist in Gesprächen mit der RheinFlanke, einer gemeinnützigen GmbH, die Projekte zur mobilen Jugendhilfe anbietet und in Gremberghoven einen Standort hat. Die Kinder und Jugendliche, die dort regelmäßig zu Besuch sind, haben Fußballteams gegründet und könnten damit auch auf der ESV-Anlage spielen. Vielleicht kommt dann zusammen, was zusammengehört: fußballverrückte Junioren und ein Verein, der sie fördert. Ob das alles klappt und der ESV den Anschluss zur Jugend wiederfindet, steht noch in den Sternen. Die Vereinsmitglieder haben schon einmal begonnen, ihren Sportplatz zu renovieren.

»Theaterkarten – kostenlos«

Medium: Kölner Stadt-Anzeiger

Ist hier noch was frei? Wenn es nach Anika Lecomte und Martina Schmitz geht, bleiben vor Kölner Bühnen künftig keine Sitze mehr leer. „Warum müssen nicht verkaufte Tickets zwangsläufig verfallen“, fragen sie. Die beiden haben eine bessere Idee. Mit ihrer gemeinnützigen Initiative „Kulturliste Köln“ wollen sie Restkarten kostenlos an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren vermitteln, die sich den Eintritt sonst nicht leisten können.

 

 

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Porträt, ehrenamtliches Kulturprojekt

Medium: Kölner Stadt-Anzeiger

>Lokalteil Köln

»Theaterkarten – kostenlos«

Ist hier noch was frei? Wenn es nach Anika Lecomte und Martina Schmitz geht, bleiben vor Kölner Bühnen künftig keine Sitze mehr leer. „Warum müssen nicht verkaufte Tickets zwangsläufig verfallen“, fragen sie. Die beiden haben eine bessere Idee. Mit ihrer gemeinnützigen Initiative „Kulturliste Köln“ wollen sie Restkarten kostenlos an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren vermitteln, die sich den Eintritt sonst nicht leisten können. „Wir wollen die freien Plätz nicht einfach verschenken“, sagt die 30-jährige Kulturwissenschaftlerin Lecomte. „Es geht darum, Leute an die Kultur heranzuführen und möglichst als regelmäßige Besucher zu gewinnen.“

 

Die Kulturliste befindet sich derzeit im Aufbau. Ein kleines Büro wenige Meter vom Eigelstein ist die Telefonzentrale, von wo aus Lecomte und die 33-jährige Diplom-Kauffrau Martina Schmitz ehrenamtlich zwischen Kulturveranstaltern und „Gästen“ vermitteln. Die beiden kennen sich aus ihrer Zeit bei den Kölner Initiativen „jungekunstfreunde“ und „stART“, wo sie Studenten und jungen Berufstätigen Appetit auf Kunst und Kultur gemacht haben. Jetzt geht es ihnen um die Geringverdiener, denen bislang der Zugang zur Kultur erschwert wurde. „Die Idee einer derartigen Kartenvermittlung gab es bereits unter den Kölner Theatern. Nur hat sie noch keine eigene Initiative tatsächlich umgesetzt“, sagt Martina Schmitz. „Darum nehmen wir das jetzt in die Hand.“

 

Vorbild sind die „Kulturlogen“, die seit 2010 unter anderem in Berlin, Hamburg, Leipzig und dem Ruhrgebiet entstanden sind. Angela Meyenburg gründete vor zweieinhalb Jahren die Kulturloge Berlin, die mittlerweile über 60, größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter zählt. Gefördert und unterstützt wird die Initiative mit Bundesmitteln, von Stiftungen und Unternehmen sowie zahlreichen Medienpartnern. Das Herzstück ist eine Datenbank mit 6.500 potenziellen Veranstaltungsgästen, darunter etwa 1.000 Kinder. Hinzu kommen weitere Klienten, die über ein Netzwerk aus 40 Sozialeinrichtungen an die Kulturloge angebunden sind. Vermittelt werden die freien Kontingente von insgesamt 141 Kulturpartnern, hauptsächlich Theater- und Konzertveranstalter. Die Palette reicht vom Zimmertheater Steglitz mit 30 Plätzen bis zur o2 world (17.000 Plätze). Vergangenes Jahr vermittelte die Kulturloge 16.000 Plätze, 2012 sollen es 20.000 werden.

 

Den Kontakt zu neuen Gästen knüpfte Meyenburg mithilfe der Berliner Tafel. An den Ausgabestellen suchte sie das Gespräch mit potenziellen Besuchern – und stieß zunächst auf Zurückhaltung. „Die glaubten nicht, dass ich das ernst meine“, sagt sie. Theater, das sei doch nur für gebildete, feine Leute, hieß es. „Ich musste denen erst einmal erklären, dass sie nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht sind.“ Wie Katrin Schermer von den „Wühlmäusen“ sehen es viele Berliner Veranstalter: Einerseits vergebe das Theater die freien seiner insgesamt 520 Plätze „in erster Linie, um etwas Gutes zu tun“. Andererseits sei die Atmosphäre deutlich besser, wenn ein Stück vor vollen Rängen spielt. Kartenverlosungen oder Verschenk-Aktionen in der Fußgängerzone sind ein probates, aber nicht immer zuverlässiges Mittel, leere Plätze zu füllen. Bei Kulturlogen-Gästen sei der Rücklauf jedoch „außerordentlich hoch“, sagt Schermer. „Zurückgelegte Karten werden fast immer eingelöst.“

 

Auch die Kulturliste kooperiert mit der örtlichen Tafel. An Lebensmittel-Ausgabestellen wollen Schmitz und Lecomte den Kontakt zu Kölnern suchen, die Transferleistungen erhalten, Empfänger von ALG-II, Grundsicherung, Wohngeld oder BAföG sind sowie Haushalten angehören, deren monatliches Einkommen unter 930 Euro liegt. Wer sich in die Kulturliste einträgt, gibt an, für welche Programme (Theater, Varieté, Comedy, Kabarett, Rock-, Pop-, Klassik- und Jazz-Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Kino) er oder sie sich interessieren. Sobald ein Veranstalter absehen kann, dass Karten übrig bleiben, meldet er das Kontingent bei der Kulturliste, die ihre Mitglieder gezielt anruft. „Wir geben nicht nur die Information weiter, sondern erklären auch, worum es bei der Veranstaltung geht“, sagt Schmitz. Die Namen der Interessenten kommen schließlich auf die Gästeliste, und an der Kasse erhalten sie Zutritt, ohne weitere Nachweise vorzeigen zu müssen. Sogar eine Begleitperson können sie mitnehmen.

 

Der Erfolg der Kulturlogen lässt sich nicht nur in Besucher- und Rücklaufzahlen ausdrücken. Ziel der Vermittler ist auch, mithilfe kultureller Angebote soziale Isolation zu durchbrechen und Lebensfreude zu wecken. „Manche Gäste nutzen die Theaterbesuche, um sich mal wieder richtig chic zu machen“, sagt die Berlinerin Angela Meyenburg. Wer auf den Geschmack gekommen sei, komme wieder – „nicht selten als Normalzahler“. Soweit sind sie in Köln noch nicht. Doch mit dem Gloria hat der erste Veranstalter offiziell zugesagt, und auch der erste Besuch bei der Tafel hat Anika Lecomte Mut gemacht. „Als ich die Kulturliste in kleiner Runde vorgestellt habe, gab es spontanen Beifall“, lacht sie. Bessere Besucher kann sich ein Theater kaum wünschen.

»Auf grünem Grund«

Auftraggeber: mdsCreative / Medien: Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau

Energie ist kostbarer denn je. Das Statistische Bundesamt ermittelte, dass sich die Preise für Heizenergie zwischen 1995 und 2010 im Durchschnitt mehr als verdoppelt haben. Deshalb rückt bei Neubauten sowie Umbau-, Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten an Haus oder Wohnung die Senkung des Verbrauchs zunehmend in den Mittelpunkt. Gespart wird aber nicht nur aus Kostengründen. Wichtig ist auch der Umweltschutz-Gedanke.

 

 

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wirtschaft
Titelgeschichte, energetische Sanierung

Auftraggeber: mdsCreative / Medien: Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau

>Beilage "Wirtschaft – Köln regional"

»Auf grünem Grund«

Energie ist kostbarer denn je. Das Statistische Bundesamt ermittelte, dass sich die Preise für Heizenergie zwischen 1995 und 2010 im Durchschnitt mehr als verdoppelt haben. Deshalb rückt bei Neubauten sowie Umbau-, Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten an Haus oder Wohnung die Senkung des Verbrauchs zunehmend in den Mittelpunkt. Gespart wird aber nicht nur aus Kostengründen. Wichtig ist auch der Umweltschutz-Gedanke.

 

Doppelte Strategie

 

Beim Energiesparen geht’s ums Ganze. Sollen Haus oder Wohnung auf grünen Sparkurs gebracht werden, helfen punktuelle Eingriffe wenig. Die Erneuerung der Heizung erfolgt idealerweise aus einem Guss mit einer umfassenden Gebäude-Modernisierung. Dabei verfolgt eine nachhaltige Maßnahme eine doppelte Strategie. Erstens geht es darum, den Energiebedarf des Gebäudes durch Dämmung zu senken. Zweitens soll sich der verminderte Bedarf durch die Nutzung regenerativer Energie decken lassen.

 

Ein guter Plan macht sich dauerhaft bezahlt: Die fachgerechte Sanierung kann den Energieverbrauch eines Hauses enorm senken. Das zeigte sich beispielhaft bei den 380 Gebäudesanierungen, die die Deutsche Energie-Agentur (dena) in den vergangenen Jahren bundesweit durchführte. Umgerüstet wurden Ein- und Mehrfamilienhäuser – mit beeindruckendem Ergebnis: Der Verbrauch ließ sich durchschnittlich um 50 bis 70 Prozent senken, Spitzenwerte lagen bei 90 Prozent.

 

Gelegenheiten ergreifen

 

Eine effektive Dämmung ist das Fundament für jedes Energiesparkonzept. Ein Haus, das wenig Wärme verliert, lässt sich auch mit weniger Energie heizen und benötigt auch nur eine kleinere Heizungsanlage. Aufhalten lässt sich das flüchtige Gut Wärme an zahlreichen Schlupflöchern. Zum Beispiel an der Außenwand, die starken Temperaturschwanken und Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. Stehen Renovierungsarbeiten an, raten Experten, die Gelegenheit zu nutzen und gleich auch eine Dämmung anzubringen. Sollten mehr als zehn Prozent der Fassade bearbeitet werden, ist eine wärmetechnische Verbesserung ohnehin gesetzlich vorgeschrieben.

 

Im Normalfall beträgt die Mindestdämmstoffdicke nach der Energiesparverordnung EnEV 2009 rund 14 Zentimeter. Neu auf dem Markt sind so genannte Vakuumsisolationspaneele (VIP). Sie nutzen das Prinzip der Thermoskanne: Das platzsparende Dämmmaterial umschließt ein Vakuum, in dem kein Wärmetransport über Luftbewegung stattfindet. Bei Neubauten gehört eine weitgehende Luftdichtigkeit mittlerweile zum Standard. Im Idealfall entsteht so ein Passivhaus. In dem genügt die Wärme, von Bewohnern und Elektrogeräten, um alle Räume auf Wohntemperatur zu halten.

 

Clever Lüften

 

Eine kontrollierte Wohnraumbelüftung birgt weiteres Einsparpotenzial. Zentrale Gebläse saugen dabei über verborgene Luftschächte verbrauchte Luft aus Bad und Küche ab und leiten gleichzeitig Frischluft ein. In einem Wärmetauscher gibt die Abluft Energie an die einströmende Brise ab und hält so Wärme zurück – die nicht erst wieder erzeugt werden muss. Der beim herkömmlichen Lüften übliche Wärmeverlust lässt sich so um rund 90 Prozent reduzieren. Außerdem halten eingebaute Filter Staub und Blütenpollen ab. Das freut die Allergiker.

 

Gerne geht das Geld auch zum Fenster raus. Einfach verglastes, aber auch bis 1995 verbautes Zweischeiben-Isolierglas sollte ersetzt werden durch Wärmeschutzglas. Die neuen Fenster schließen dicht, halten die Wärme drinnen sowie Lärm und Zugluft draußen. Sind die Scheiben zur Sonne gerichtet, wirken hochwertige Modelle wie passive Sonnenkollektoren. Moderne Fenster holen mehr Wärme ins Haus hinein als sie wieder ins Freie lassen. Im Sommer sollten sie verschattet werden, sonst heizen die Räume zu stark auf.

 

Wärme halten und abblocken

 

Entscheidend sind neben der Verglasung die Rahmen, über die viel Wärme verloren gehen kann. Zu empfehlen sind daher Fenster mit speziell gedämmten Rahmen. Empfehlenswerter Zusatz sind Rolläden. Im Winter vermindern sie Wärmeverluste über die Fenster; herunter gelassen verhindern sie durch den Wärmedurchlasswiderstand des Rollladens und die dämmende Luftschicht zwischen Scheibe und Rollladenpanzer die Wärmeübertragung. Darüber hinaus bildet der geschlossene Rollladen einen Schutzschild, der die Wärmeabstrahlung verhindert – ein Effekt, der auch bei außen liegenden Sonnenschutzanlagen wie Außenjalousien eintritt. Im Sommer erfolgt mit Rollläden, Markisen, Jalousien und Faltstores die Raumklimatisierung ohne Strom fressende Klimaanlagen. Außen am Fenster angebracht, blocken sie die Wärme besonders effektiv ab.

 

Wärme verzieht sich am liebsten nach oben – und lässt sich dort auch am besten einfangen. Deshalb birgt das Dach im Hinblick auf Heizenergie großes Einsparpotenzial. Ungedämmte Altbauten verbrauchen vier- bis fünfmal mehr Heizenergie als ein gemäß EnEV errichteter Neubau. Bei einem frei stehenden Einfamilienhaus, das vor 1984 gebaut wurde, entweichen durchschnittlich 15 bis 20 Prozent der Wärme über das Dach. Verhindern lässt sich das mit einfachen Mitteln: Auf, zwischen oder unter den Sparren, also der tragenden Dachkonstruktion, ist reichlich Platz für Dämmstoff. Der sollte 22 bis 24 Zentimeter dick sein, um den Standard eines Niedrigenergiehauses zu erreichen.

 

Angebot erweitert

 

Manfred Schröder ist Obermeister der Kölner Dachdeckerinnung und seit 40 Jahren im Geschäft. Neben steigenden Energiepreisen, strengeren Bauordnungen und subventionierter Nutzung grüner Energie spiele bei Kunden der Umweltschutz eine wichtigere Rolle, sagt der Rodenkirchener. Also hat er sein Sortiment der doppelten Energiespar-Strategie angepasst: Neben der Dämmung von Fassaden und Dächern bietet sein Betrieb auch den Einbau von Solarthermie-Anlagen zur Warmwassergewinnung oder von Photovoltaik-Modulen zur Erzeugung von Sonnenstrom an. Entsprechend ist das Personal rekrutiert: Zu den 50 Mitarbeitern und elf Azubis zählen auch ein Elektromeister, ein Kaufmann, der sich auf den Bereich Photovoltaik spezialisiert hat, sowie zwei Dachdecker, die auch Energie-Berater sind.

 

Der verminderte Energiebedarf lässt sich aus regenerativen Quellen decken – am besten aus einem Mix. Eine geeignete Zutat ist Holz, etwa in Form von Pellets. Die werden aus naturbelassenem Restholz hergestellt und  kommen wie das Heizöl mit dem Tanklaster zum Haus. Die Pellet-Heizung funktioniert ähnlich wie die Öl- oder  Gasmodelle: Aus einem Vorrat werden die Pellets automatisch in den Brenner befördert. Da bei der Verbrennung von Holz nicht mehr Kohlendioxid frei wird als der Baum aus der Umwelt aufgenommen hat, ist sie CO²-neutral.

 

Förderprogramme nutzen

 

Die Zahl der bundesweit installierten Anlagen stieg seit 2001 von 8.000 auf 140.000 Ende letzten Jahres. Die Anschaffungskosten sind höher als bei konventionellen Heizungssystemen. Unterstützt durch staatliche Förderprogramme amortisiert sich der Einbau aufgrund der geringeren Brennstoffpreise nach wenigen Jahren. Obwohl auch Pellets Preisschwankungen unterliegen, ist das Heizen im Vergleich kostengünstiger. Zwei Kilogramm Pellets ersetzen etwa einen Liter Heizöl oder einen Kubikmeter Gas. Eine Tonne Holzpellets kostete im April in NRW durchschnittlich 243 Euro.

 

Sehr effizient arbeiten Brennwertanlagen. Diese nutzen nicht nur die Heizleistung des Kessels, sondern auch die im Abgas enthaltene und die bei der Kondensation des Wasserdampfs freigesetzte Wärme. Der Brennwertkessel ist so ein exzellenter Team-Player und harmoniert gut mit einer Solarwärmeanlage. Die sorgt für heißes Wasser, wenn der Heizkessel Sommerferien hat. Ab Herbst springt ihr der Partner dann zur Seite. So liefert die Solaranlage rund 60 Prozent der für die Wassererwärmung benötigten Energie.

 

Nachhaltige Vollversorgung

 

Und es geht noch mehr. Das Dortmunder Unternehmen Enerkonzept, das zuletzt in Köln-Mülheim ein bestehendes 32-Familien-Haus mit Wärmepumpen ausgerüstet hat, sucht in und um Köln zehn Objekte, die es mit einem Komplettpaket ausstatten kann. „Wir planen den Einbau von Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpe und einem kleinen Windrad“, sagt Geschäftsführer Manfred Kespers. Die Vollversorgung mit Erneuerbarer Energie ist nur noch einen Schritt entfernt.

»Lieber sauber – auch rechtlich«

Auftraggeber: mdsCreative / Medium: Berliner Zeitung

Bundesweit gönnen sich etwa 4,5 Millionen Haushalte eine Putzhilfe – zumindest gelegentlich. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage hervor, die kürzlich im Auftrag der Minijob-Zentrale erstellt wurde. Die Studie zeigt ebenso: So blitzblank die Wohnungen nach dem Besuch der Raumpfleger auch sind, so unsauber ist in fast allen Fällen ihre Vergütung. „Nur 250 000 Minijobber sind offiziell angemeldet“, sagt Erik Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale. Heißt im Klartext: 95 Prozent putzen schwarz.

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25 Jan.Putzhilfe
Wohnen und Immobilien

Auftraggeber: mdsCreative / Medium: Berliner Zeitung

>Wochenendbeilage "quartier"

»Lieber sauber – auch rechtlich«

Steuerhinterziehung gibt es in jeder Gehaltsklasse. „Nicht nur Eliten tun sich mit der Steuer-Ehrlichkeit schwer. Auch der ‚kleine Mann‘ ergreift die Chance, wenn sie sich bietet“, sagt Dominik Enste, Wirtschaftsethiker am deutschen Institut für Wirtschaft. Dabei bemüht sich die Minijob-Zentrale, dass diejenigen Haushalte, die ihre Jobs legal vergeben, finanziell daran nicht zu leiden haben. Das Haushaltsscheckverfahren minimiert den bürokratischen Aufwand, erleichtert somit die Einstellung einer regelmäßigen Putzhilfe und wirkt sich sogar steuerlich positiv aus: Wer als Privatperson seine Haushaltshilfe legal beschäftigt, erhält pro Jahr 20 Prozent (maximal 510 Euro) der bezahlten Lohnkosten als echte Steuerermäßigung zurück. Die Mehrkosten für die korrekte Beschäftigung – zusätzliche 12 Prozent gehen in die Renten-, Kranken- und Unfallversicherung – fallen so deutlich weniger ins Gewicht.

Wer den Service einer Haushaltshilfe dennoch zum verboten günstigen Schnäppchenpreis wünscht, macht sich nicht nur strafbar – es drohen eine Anzeige wegen Sozialversicherungsbetrug und Steuerhinterziehung –, sondern auch erpressbar. Schließlich fällt die illegale Beschäftigung auf den Auftraggeber zurück. Vor dieser unterschätzten Gefahr warnt der Kölner Steuerberater Ronny Oechsner. Doch soweit muss es gar nicht kommen, um ernsthaft in die Bredouille zu geraten. Nach einer Hochrechnung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ereignen sich über die Hälfte aller Unfälle im Haushalt. „Verletzt sich die Haushaltshilfe bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder auf dem Heimweg, haftet der Auftraggeber“, sagt Oechsner. Er empfiehlt: „Wer lieber ruhig schlafen möchte, sollte seine Haushaltshilfe auf jeden Fall anmelden.“ Das gelte auch, wenn diese ihren Job lieber „ohne Papierkram“ erledigen möchte.

Eine unbürokratischere Alternative sind professionelle Reinigungsunternehmen. Diese stellen sich immer stärker auch auf den privaten Bereich ein. In Berlin heißen sie zum Beispiel „Putzengel“, „Zauberfrau“ oder „Spreeperlen“. Daneben leisten Agenturen wie die „Happy Maids“, „Mary Poppins“ oder „Haushelden“ eine bundesweite Vermittlung von Haushaltshilfen. Mit dem Unternehmen wird ein Dienstleistungsvertrag geschlossen und je nach Vereinbarung erledigen die Mitarbeiter neben der Raumpflege auch hauswirtschaftliche Aufgaben wie Kochen, Backen, die Wäsche, Bügeln, den Abwasch, Gartenpflege, Rasenmähen oder Aufräumen („Strukturieren“). Die Profi-Firmen sind teurer als Minijobber und rufen einen Stundenlohn von mindestens 15 bis 20 Euro auf. Dafür winkt aber eine noch reizvollere Steuerermäßigung als beim Engagement von Minijobbern. Steuerberater Oechsner: „Von den Personalkosten haushaltsnaher Dienstleistungen werden 20 Prozent – maximal bis zu 4 000 Euro – im Jahr zurückerstattet." Eine rundum saubere Sache.

»Karrierekick oder -Knick?«

Einladung zur Pressekonferenz von Völkinger Kreis NRW und Wirtschaftsweiber Köln

Sehr geehrte Damen und Herren, der Christopher-Street-Day ist mehr als ein schriller Kostümball. Er ist ein Feiertag der Vielfalt und der Toleranz, an dem wir das schwul-lesbische Leben zelebrieren und gegen Diskriminierung demonstrieren. Um eine weitere Facette bereichern der Völklinger KreisNRW e.V, (VK) und Wirtschaftsweiber e.V. (WW) den Kölner CSD. In Kooperation mit der Unternehmensinitiative Charta der Vielfalt veranstalten sie den Business-Empfang "Wirtschaftsfaktor Pink?!".

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CSD Business Empfang
Einladung zur Pressekonferenz

Einladung zur Pressekonferenz von Völkinger Kreis NRW und Wirtschaftsweiber Köln

>Podiumsgespräch zum CSD 2013

»Karrierekick oder -Knick?«

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Christopher-Street-Day ist mehr als ein schriller Kostümball. Er ist ein Feiertag der Vielfalt und der Toleranz, an dem wir das schwul-lesbische Leben zelebrieren und gegen Diskriminierung demonstrieren. Um eine weitere Facette bereichern der Völklinger KreisNRW e.V, (VK) und Wirtschaftsweiber e.V. (WW) den Kölner CSD. In Kooperation mit der Unternehmensinitiative Charta der Vielfalt veranstalten sie am 6. Juli 2013 den Business-Empfang "Wirtschaftsfaktor Pink?!". Wir möchten Sie herzlich einladen, von 16 bis 18 Uhr im Maritim Hotel Köln daran teilzunehmen.

 

Ein erfolgreicher Manager, so will es das Klischee, muss Härte zeigen und darf auch ein wenig Macho sein. Diese nach wie vor stark verbreitete Sichtweise hat Folgen: Während in Politik, Medien und Mode ein "Coming Out" kaum der Rede wert ist, finden sich im Top-Management-Bereich der Wirtschaft immer noch verblüffend wenig Führungskräfte, die offen zu ihrem Schwul- oder Lesbisch-Sein stehen. Wie steht es also um die beruflichen Chancen homosexueller shwuler Männer und lesbischer Frauen? Hat das "Coming Out" am Arbeitsplatz einen Einfluss auf die Karriereentwicklung in der Wirtschaft? Verhindert es Erfolg, oder setzt es Potenziale frei? Profitieren Unternehmen, und unterstützen diese Führungskräfte, die zu ihrer Homosexualität stehen?

 

Diese Fragen sind Thema beim Podiumsgespräch "Wirtschaftsfaktor Pink", das zum Kölner CSD im Rahmen des Business-Empfangs von Völklinger Kreis NRW e.V. (VK) und Wirtschaftsweiber e.V. (WW) stattfindet. Wir möchten Sie herzlich einladen, am 6. Juli 2013 von 16 bis 18 Uhr im Maritim Hotel Köln teilzunehmen.

 

Der BusinessNetzwerk-Meeting-Empfang setzt den Fokus auf Lesben und Schwule in der Wirtschaft. Erwartet werden rund 200 Vertreter und Vertreterinnen von großen und mittelständischen Unternehmen. Im Mittelpunkt steht das Das moderierte Podiumsgespräch "Karriere-Knick oder Karriere-Kick? Welchen Einfluss hat ein Outing auf die Karriere?". Wirtschaftsvertretungen und Vereinsmitglieder werden diskutieren, weshalb es im Top-Management-Bereich der Wirtschaft so wenig Führungskräfte gibt, die offen zu ihrem Schwul- oder Lesbisch-Sein stehen. Die offene Runde geht zudem der Frage nach, inwiefern ein Coming-Out am Arbeitsplatz wirtschaftlichen Erfolg verhindert oder Potenziale freisetzen kann. wird Einblicke in die Herausforderungen und Fallstricke eines Berufsalltags geben, der mitunter von Verstellung und Angst vor Entdeckung überschattet ist – zum Schaden von betroffenen Arbeitskräften und ihren Unternehmen.

 

Programm des Empfangs

16:00-16:20

Einlass 

16:20-16:30

Willkommensgruß durch Vertretungen der beiden Verbände und der Charta der Vielfalt

16:30-17:00

Interaktives Hot-Seat Podiumsgespräch mit Wirtschaftsvertretungen der Novartis und der Deutschen Bank sowie und Vereinsmitgliedern

17:00-18:00

Get-Together und Networking

 

 

Die Highlights des Business Empfangs 2013

 1. Diskussion mit

 · Dr. Marcus Keutel, McKinsey & Company, Gründer "Friends of GLAM"

 · Kerstin Pramberger, Director, Head of Diversity der Deutschen Bank

 · Dr. Ulrich S. Soénius, IHK Köln Geschäftsführer

 · Dominic Frohn, Psychologe und Verfasser einer Studie zum Thema

 

 Moderiert wird die Runde von Yvonne Ruf (WW) und Hans Jablonski (VK).

 

 

Die Verbände Wirtschaftsweiber und Völkinger Kreis verstehen sich als Ansprechpartner für schwule und lesbische Fach- und Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer der deutschen Wirtschaft. Beide Vereine haben zum Ziel, die Rolle und das Potenzial von Schwulen und Lesben und Schwulen in der Wirtschaft stärker sichtbar zu machen und zu vernetzen.

 

Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen. Sie will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland voranbringen. Organisationen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Beim Business-Empfang wird Kirsten Sánchez Marín, Corporate Director Human Resources, Global Diversity & Inclusion, Social Progress bei Henkel, die Gäste als stellvertretende Vorsitzende des Vereins begrüßen.

 

Bei Fragen im Vorfeld oder bei der Nachbereitung des zum Business-Forum oder zum Podiumsgesprächs haben, steht Ihnen Tobias Neuhaus gerne zur Verfügung. Sie erreichen ihn telefonisch unter 0221 630 612 74 oder per Mail: mail@tobiasneuhaus.de

 

»Nicht nur für Minderheiten«

Medium: Webseite der Bundesinitiative Charta der Vielfalt

Tobias Nowak kann sich das Lachen nicht verkneifen. Der Ford-Angestellte, der bei den Kölner Werken in der Produktentwicklung arbeitet, denkt zurück an den Christopher Street Day von 1996. Damals war er neu in dem kurz zuvor gegründeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter-Netzwerk Ford GLOBE. Eine Handvoll Kollegen hatten erstmals mit einem liebevoll geschmückten Ford an der Parade durch die Kölner Straßen teilgenommen – und anschließend jede Menge Anrufe erhalten.

 

 

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Porträt, Diversity Management

Medium: Webseite der Bundesinitiative Charta der Vielfalt

>Best Practice Portrait

»Nicht nur für Minderheiten«

Tobias Nowak kann sich das Lachen nicht verkneifen. Der Ford-Angestellte, der bei den Kölner Werken in der Produktentwicklung arbeitet, denkt zurück an den Christopher Street Day von 1996. Damals war er neu in dem kurz zuvor gegründeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter-Netzwerk Ford GLOBE (Gay Lesbian Or Bisexual Employees). Eine Handvoll Kollegen hatten erstmals mit einem liebevoll geschmückten Ford an der Parade durch die Kölner Straßen teilgenommen – und anschließend jede Menge Anrufe erhalten. Mitarbeiter hatten den Pkw auf Fotos anhand seines Kennzeichens als Firmenwagen identifiziert, und sich über die unangemessene Präsentation empört. Das ist lange her. Wenn es um den CSD geht, klingelt das Telefon zwar auch heute noch Sturm, sagt Nowak, der mittlerweile im Vorstand des Netzwerkes ist und sich um externe Partnerschaften und das Zusammenarbeiten der Gruppen an den verschiedenen Standorten (in Deutschland, U.K. und USA) einsetzt. Statt Beschwerden hagelt es jedoch Bewerbungen. "Die Hälfte der Plätze auf dem Ford-Wagen vergeben wir Nicht-Mitglieder, wie zum Beispiel heterosexuelle Kollegen und Kolleginnen, Freunde und Familie", sagt er. "Diese Plätze sind sehr begehrt."

 

Pionierarbeit am Stammtisch

 

Das Kölner Netzwerk hat amerikanische Wurzeln. Nach Vorbild des Mutterkonzerns, wo 1994 das erste Ford GLOBE gegründet worden war, initiierten 1996 drei Kölner Mitarbeiter den Aufbau des ersten deutschen Netzwerks. Wie in den USA, wo das Prinzip der Gleichbehandlung (Equal Opportunity) Grundsatz jeder Firmen-Policy ist, setzten sie sich das Ziel, dafür zu sorgen, dass lesbische, schwule, bisexuelle und transgender (GLBT) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Fähigkeiten und Talente einbringen können, ohne durch Diskriminierung behindert oder eingeschränkt zu werden.

 

Die ersten Jahre waren Pionierarbeit. Die Kießling-Affäre, bei der Mitte der 80er-Jahre ein hochrangiger Bundeswehr-General wegen seiner Homosexualität entlassen worden war, war noch präsent und Ressentiments weit verbreitet. Entsprechend ging es in der Anfangszeit bei den bis heute monatlich ausgetragenen Stammtischen um existenzielle Themen wie dem Outing und die Angst vor dem Jobverlust. "Die erste Aufgabe war, Selbstbewusstsein zu stärken und Akzeptanz bei den Kollegen zu schaffen", sagt Eva Reifschneider, die Einkäuferin im Bereich Karosserie- und Ausstattungsteile sowie die Sprecherin von Ford GLOBE ist. Diskriminierung schade schließlich nicht nur den Betroffenen, sondern auch dem Klima am Arbeitsplatz und damit letztendlich dem Unternehmen. "Ich will wie andere Kollegen auch von meiner Frau erzählen können, ohne dass jemand aus dem Raum rennt", sagt Reifschneider. "Wenn ich mich ständig verstellen muss, hemmt mich das bei der Arbeit."

 

Preis für Zivilcourage

 

Nach der Grundlagenarbeit konzentrierte sich das konsolidierte Netzwerk auf die Verbesserung von Arbeitsbedingungen. Ein erster Meilenstein war das Jahr 2002, als eine Betriebsvereinbarung zum partnerschaftlichen Verhalten am Arbeitsplatz abgeschlossen werden konnte. Sie definiert bis heute ein Benachteiligungs- und Belästigungsverbot, regelt ein betriebliches Beschwerderecht und erwirkte die Einrichtung einer betrieblichen Beratungsstelle. Als nächsten großen Erfolg feierten die heute rund 80 Mitglieder den Beschluss des so genannten "11 Punkte Plans". Der regelt seit 2003 die Gleichstellung von eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und verheirateten Paaren bei Ford. Unter anderem sehen die Ford-Werke als eines der ersten Großunternehmen in Deutschland auch für die Hinterbliebenen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz registriert sind, eine Betriebsrente vor.

 

Der unvoreingenommene Umgang mit der Vielfalt von insgesamt rund 15.500 Kollegen ist in der Ford-Policy fest verankert. Wer neu anfängt, absolviert eine eintägige Schulung, bei der Diversity-Grundsätze vermittelt werden. Dieser Rückhalt macht es für das Netzwerk leichter, auf Verstöße zu reagieren. "Wenn in einer Abteilung etwas im Argen liegt, kommen wir vorbei und klären das Problem – gerne auch in großer Runde", sagt Tobias Nowak. Für ihr mutiges Auftreten wurden die Netzwerker 2007 mit dem Zivilcourage-Preis des CSD Berlin ausgezeichnet. Den Preis für die Autobauer überreichte Grünen-Chefin Claudia Roth.

 

Guter Draht nach oben

 

Die Firmen-Philosophie bietet Rückhalt. Daneben profitiert das Ford GLOBE-Netzwerk von struktureller Hilfe. Der Schutz und die Pflege individueller Fähigkeiten und Talente sind bei Ford institutionalisiert und auf europäischer Ebene verbunden. An der Spitze des Modells steht das Europäische Diversity Council (EDC), das bei der Geschäftsleitung Ford of Europe angesiedelt ist. Ihr sind auf internationaler Ebene Diversity-Manager zugeordnet, die Zielvorgaben von Projekten definieren sowie die Umsetzung steuern und kontrollieren. Die Kölnerinnen und Kölner wenden sich mit ihren Anliegen direkt an Nick Caton, Vize-Präsident für Personangelegenheiten bei Ford of Europe. Er sieht sich als "Botschafter der Ziele und Ideen des Netzwerks". Neben der beratenden Funktion, sagt Caton, stelle er sein "Netzwerk im Unternehmen, Ressourcen und Budget zur Unterstützung von Aktivitäten zur Verfügung". Die Sponsorenrolle gewährleistet einen beidseitigen Dialog: "Ford GLOBE bietet der Firma einen guten Einblick in die Welt unserer Kunden, gibt Anregungen für die Ansprache verschiedener, zum Teil noch nicht erschlossener Kundengruppen oder auch für andere Geschäftsideen."

 

Neben dem Bemühen um eine respektvolle Gleichbehandlung tritt eine weitere Funktion hervor. Ford GLOBE unterstützt längst auch Fachbereiche wie das Marketing oder das Personalwesen mit Erfahrungen und Fachwissen. "Unser Ziel ist es, unsere Produkte allen Kunden unter Berücksichtigung der Individualität jedes Einzelnen näher zu bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir die Impulse aller Zielgruppen, die wir in unsere Marketingstrategie mit einfließen lassen können", sagt Wolfgang Booms, Direktor Marketing und Verkauf. "Der Austausch mit dem Netzwerk ist für unsere Arbeit von großem Wert." Ford GLOBE-Aktivitäten wie die Teilnahme am CSD in Köln und Saarbrücken, die Unterstützung von „TUXI – Drive against AIDS“ sowie das Engagement im Kölner Karneval kommen schließlich nicht nur bei Kollegen gut an. "Die Rückmeldungen unserer Partner und Kunden zeigen uns, dass die Aktivitäten des Netzwerks als sehr positiv empfunden werden", sagt Booms.

 

 

Nicht nur für Minderheiten

 

Die erste Generation von Diversity-Trainings sei weitgehend abgeschlossen, sagt Brigitte Kasztan, Diversity-Managerin für Ford Deutschland und Europa. In dieser Phase ging es darum, für Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren sowie die Idee der Vielfaltpflege in der Belegschaft zu konsolidieren. Die zweite Generation ist in Vorbereitung, und ihre Umsetzung soll in zwei Jahren starten. Die „Next Generation Diversity Workshops“ sind sehr praxisbezogen konzipiert und für Teams gedacht, die im täglichen Leben zusammen arbeiten. Die Gestaltung der Trainings ist auf die Arbeitswelt der Teilnehmer ausgerichtet und soll den Lerntransfer in den beruflichen Alltag unterstützen. Gruppen aus allen Unternehmensbereichen reflektieren Fortschritte und Probleme bei der Umsetzung. Es gehe darum, "die Leute zu pieksen", sagt Kasztan. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich mit dem Thema auseinandersetzen und an der Realisierung mitwirken. "Wir wollen klarmachen, dass Diversity Management nicht nur für Minderheiten gedacht ist."

 

 

»Kongressbericht«

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin

Ein Schwerpunkt der Jahrestagung lag auf der Behandlung des immer häufiger auftretenden Schilddrüsenkarzinoms. Experten sind sich einig, dass die zentrale Herausforderung beim Schilddrüsenkrebs darin besteht, den Tumor frühzeitig zu entdecken. Die Nuklearmedizin ermöglicht, Schilddrüsentumore in früheren Stadien zu erkennen, zu behandeln und so die Sterblichkeit deutlich zu senken. Mit Ausnahme der Operation übernimmt sie bei dieser Erkrankung praktisch die gesamte Diagnose und auch Therapie.

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Seiten 10 12 02 2013 BS 2
Kongressbericht

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin

>erschienen im Fachmagazin "radiologie technologie"

»Kongressbericht«

Die Jahrestagung Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) zählt auf ihrem Fachgebiet zu den international bedeutendsten und größten Veranstaltungen. Unter dem Titel NuklearMedizin 2013 fand sie Ende April zum zweiten Mal in Bremen statt. Dort präsentierte sie sich als Kombination aus Kongress, für den international renommierte Referenten und ausgesuchte Keynote-Sprecher gewonnen werden konnten, einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung.

 

Für die 51. Jahrestagung, die in Bremen unter der Präsidentschaft von Prof. Dr. Christoph Eilles aus Regensburg stand, hatten sich 2.055 Teilnehmer aus 19 Nationen registriert – darunter Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und auch Pflegekräfte. Insgesamt wurden 188 wissenschaftlichen Vorträge und 95 wissenschaftliche Poster präsentiert. Das Fortbildungsprogramm umfasste zehn Sitzungen, von denen in acht Sitzungen TED zur interaktiven Lernkontrolle eingesetzt wurde. Eine gut besuchte und lebendige Industrieausstellung mit 67 Ausstellern aus 13 Ländern sowie sieben Lunchsymposien rundeten das Tagungsgeschehen ab.

 

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Jahrestagung lag auf der nuklearmedizinischen Behandlung des immer häufiger auftretenden Schilddrüsenkarzinoms. Experten sind sich einig, dass die zentrale Herausforderung beim Schilddrüsenkrebs darin besteht, den Tumor frühzeitig zu entdecken. Die Nuklearmedizin ermöglicht, Schilddrüsentumore in früheren Stadien zu erkennen, zu behandeln und so die Sterblichkeit deutlich zu senken. Mit Ausnahme der Operation übernimmt sie bei dieser Erkrankung praktisch die gesamte Diagnose und auch Therapie.

 

Ein weiteres zentrales Thema war die personalisierte Medizin für Krebserkrankungen. Trotz großer wissenschaftlicher Fortschritte und neuer Erkenntnisse über Entstehung und Verlauf von Krebserkrankungen bleiben die therapeutischen Erfolge moderner Therapieverfahren oft hinter den Erwartungen zurück. Der Grund liegt unter anderem im Fehlen von spezifischen Biomarkern, die den Therapieerfolg individuell vorhersagen können. Experten sehen in der Entwicklung entsprechender Marker eine der großen zukünftigen Herausforderungen für die Nuklearmedizin – und einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer individuellen, dem jeweiligen biologischen Profil eines Patienten angepassten Krebstherapie.

 

 

»Landpartie mit Hornhaut«

Medium: 11 Freunde

Der europäische Gipfel der Stangendreher fand Mitte Mai in Gäufelden-Nebringen statt, einem Dorf irgendwo zwischen Böblingen und Tübingen. Eine Gegend, in der das Überholen landwirtschaftlicher Maschinen ausdrücklich erlaubt ist. Wer die Tischfußball-EM ansteuerte, landete in einer umdekorierten Tennishalle.

 

 

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Reportage, Sport

Medium: 11 Freunde

>Magazin für Fußballkultur

»Landpartie mit Hornhaut«

Der europäische Gipfel der Stangendreher fand Mitte Mai in Gäufelden-Nebringen statt, einem Dorf irgendwo zwischen Böblingen und Tübingen. Eine Gegend, in der das Überholen von landwirtschaftlichen Maschinen ausdrücklich erlaubt ist. Wer die Tischfußball-EM ansteuerte, landete in einer umdekorierten Tennishalle.

 

Der dritte Tag kommt langsam in Schwung, aber einige Akteure lecken noch die Wunden der letzten Nacht. Da hatte »Critical State«, eine Heavy-Metal-Kapelle aus der Nähe von Groß-Gerau, ihren Auftritt im Sport-Bistro des »Aramis«, dem örtlichen Tagungshotel und EM-Hauptquartier. Viele haben sich das musikalische Vorspiel gespart, es sei auch viel zu laut gewesen, hört man. Danach aber soll es im Thekenbereich noch schwer zur Sache gegangen sein, und zwar »bis es wieder hell war«, wie eine übernächtigte Hotelangestellte zu Protokoll gibt. Die wichtigen Spiele beginnen erst in ein paar Stunden, und so bleibt genug Zeit für Reha-Maßnahmen und ein ausführliches Sonnenbad.

 

Die Kicker-Elite zu Gast im Ländle. 498 Teilnehmer haben sich beim Veranstalter, der Tischfußball-Vereinigung »Players 4 Players« (P4P), angemeldet. Das Feld besteht größtenteils aus deutschen Spielern, dazu kommen die Nationalteams. Mit dabei: Griechenland, Österreich, Schweiz, Tschechien, Niederlande, Spanien, Bulgarien, Türkei, Slowakei, Belgien und Italien. Weil das »Aramis« kurz nach Bekanntgabe des diesjährigen Austragungsorts komplett ausgebucht war, hat nur die Hälfte von ihnen ein Bett bekommen. Die anderen Cracks sind in Pensionen und Gaststätten der Umgebung gelandet, oder sie übernachten in den Camping-Zelten auf einer Wiese hinter der hoteleigenen, nun zur Kicker-Arena umgerüsteten Tennishalle.

 

Es dauert nicht lange, bis die Wettkämpfe wieder auf vollen Touren laufen. An 60 Spieltischen werden die Bälle im Akkord versenkt. Das scheppert und klingelt und wird nur von den Boxen der Hallenanlage übertönt, die im Dauereinsatz dröhnen. Anstehende Paarungen werden ausgerufen, allerletzte Appelle an verschollene Gegner entsandt und die ihnen drohenden Konsequenzen verkündet. Es herrscht ordentlich Betrieb, und die Hitze drückt. Während die Turnierleitung tapfer gegen das Chaos ankämpft und mit Ergebnissen, Namen und Punkten jongliert, steht gleich dahinter, auf papierbezogenen Biertischen, eine ganze Armee von Pokalen aufgereiht. Vor dem Eingang ist Raucherzone, hier wird Frischluft getankt, und die klamm geschwitzte Oberbekleidung kann endlich ausdünsten.

 

Thema des Tages ist die kleine Sensation, die sich gestern anbahnte und die Kicker-Gemeinde nachhaltig elektrisiert. Im Mittelpunkt steht einmal mehr der Akteur, der wie kein anderer die internationale Szene dominiert: Frédéric Collignon, unangefochtene Nummer 1 der Welt. Es ranken sich viele Geschichten und Legenden um den 32-Jährigen aus dem belgischen Lüttich, die versuchen, seine Ausnahmestellung zu erklären. Dass er Sohn vermögender Eltern sei, die selbst hochdekorierte Kicker-Champs waren, ist eine. Eine andere, dass er über einen Park internationaler Tischmodelle verfügt, an denen er wie ein Berserker trainiert, und dass er eine Frau an seiner Seite hat, die wie er zum Kader der belgischen Nationalmannschaft gehört und seine Manie teilt.

 

Collignon wirkt nicht wie ein Spitzenathlet. Er ist schlank, nicht besonders kräftig, etwas blass. Zum weißen T-Shirt trägt er weiße Handschuhe und weiße Turnschuhe. So unscheinbar er abseits des Spielfeldes wirkt, so unwiderstehlich ist seine Dominanz am Tisch. Das demonstriert er auch bei diesem Turnier in brutaler Deutlichkeit, als er im Wettbewerb DYP (Draw Your Partner), bei dem die Doppel-Teams zusammengelost werden, mit einem Rookie im Schlepptau die gesamte Konkurrenz vorführt und den Wettbewerb gewinnt.

 

Nach diesem Vorspiel ist es umso erstaunlicher, was sich im »offenen Doppel« ereignet. Dazu hat sich Collignon den aktuell auf Rang drei der Weltrangliste rangierenden Amerikaner Billy Pappas, 23, als Partner gewählt. Die personifizierte Weltspitze trifft in der Vorrunde auf das Doppel Robert Stein, 32, und Frank Brauns, 24 – und verliert deutlich. Doch das war gestern. Jetzt stehen sich beide Teams im Finale erneut gegenüber.

 

Das wird an Tisch Nummer eins ausgetragen, und schon Minuten vor dem ersten Einwurf drängeln die Zuschauer um die besten Plätze. Sie erwartet eine Vorführung dessen, was den Tischfußball auf allerhöchstem Niveau ausmacht. Technisch liegen die Spieler in diesen Sphären nicht besonders weit auseinander. Schusstechnik und Ballkontrolle sind nahezu perfekt, und deshalb wird ein anderer Faktor entscheidend: die Nervenstärke. Diesbezüglich ist Collignon ein Muskelprotz. Im ersten Satz des Endspiels sieht es ganz so aus, als könnten die Herausforderer dort weitermachen, wo sie in der Vorrunde aufgehört haben. Beide sind wahnsinnig motiviert, pushen sich, schreien die Anspannung heraus. Mit jedem Tor, das Brauns und Stein gelingt, brüllt die Fan-Kurve noch etwas lauter. Die Luft knistert vor Spannung, und als der erste Satz an die Underdogs geht, ist die Sensation zum Greifen nah.

 

Doch das ist auch genau das Klima, in dem Collignon erst zur Topform aufläuft. In Verachtung der mittlerweile brenzligen Lage platziert der Maître aufreizend ruhig eine Serie von Bällen im gegnerischen Gehäuse. Auf der Tribüne wird es still, der Belgier funktioniert nun wie eine kalte, furchteinflößende Maschine. Er lässt kaum eine Torchance aus, und zu allem Überfluss trifft nun auch noch Billy Pappas aus der Defensive. Bis auf den letzten Platz ist zu spüren, dass die Partie kippt, vielleicht schon längst entschieden ist. Kurz darauf ist es dann tatsächlich so weit. Das Finale geht doch noch an die Superstars, die Götterdämmerung ist bis auf weiteres verschoben.

 

Neben den aktuellen trifft man hier auch die Stars von gestern und von morgen. Ein echtes Urgestein erkennt man auf den ersten Blick in Hans-Friedrich Kircher. Der 59-Jährige ist von archaischer Statur, untersetzt, über seinem buschigen Vollbart funkeln dunkle Augen. Der Fahrlehrer hat den Händedruck eines Hufschmieds. Es heißt, Kircher habe einmal bei einer Meisterschaft einen alten Bekannten per Handschlag begrüßt und diesem dabei dermaßen die Finger durchgemangelt, dass der seine Teilnahme absagen musste.

 

Zur Legende machte ihn jedoch seine Erfindung, die den Tischfußball weltweit revolutionierte. In den frühen 80er Jahren bekamen die Turniertische dickere Griffe, die Kircher – deutscher Jugendmeister von 1964 – wegen einer alten Sehnenverletzung nicht richtig umfassen konnte. »Da musste ich mir was Neues einfallen lassen«, sagt der Darmstädter und streckt seinen rechten Unterarm vor. Dort, wo man bei anderen Menschen den Puls fühlt, ist bei ihm ein Fleck dunkelgelber Hornhaut. Das ist die Stelle, mit der er seit über zwanzig Jahren zu seinem Schuss ansetzt: ein Vollrückzieher, bei dem die Spielfigur vor dem Schuss einen 360-Grad-Umschlag vollzieht. Die Kicker-Kollegen waren beeindruckt von Kirchers Geniestreich, und weil der Fahrlehrer damals immer diese Tankstellen-Mütze trug, hatte der Schuss schon bald seinen Namen weg: »Jet«. 1984 reiste Kircher zur Weltmeisterschaft in die USA, wo er seinen Schuss vorstellte, der heute zum Standardrepertoire gehört – dort jedoch »Snake Shot« genannt wird. »Den hätte ich mir besser patentieren lassen«, lacht Mr. Jet.

 

Einer, der es noch ganz nach oben schaffen will, ist der Österreicher Kevin Hundstorfer, mit 17 Jahren der jüngste Nationalspieler vor Ort. Als er fünf Jahre alt war, erzählt er, habe er angefangen zu »wuzln« – so nennt man das Kickern in der Alpenrepublik. Das war in einer Kneipe in der Nachbarschaft, und Hundstorfer musste sich auf einen Stuhl stellen, um das Gerät überhaupt bedienen zu können. Mit 13 Jahren bekam er einen eigenen Tisch, und fortan war das heimische Wohnzimmer sein tägliches Trainingsgelände. Zu dieser Zeit ging es auch schon mit den ersten Landesmeisterschaften los. Letzten Oktober schaffte Kevin es bei der Weltmeisterschaft im italienischen Saint-Vincent im Junioren-Einzel bis ins Finale und holte sich mit seinem Buddy David Csar im Junioren-Doppel sogar den Titel. Nach wie vor misst er sich meistens mit erwachsenen Gegnern. »Aber vielen ist es unangenehm, gegen mich zu spielen«, sagt er, »die haben keine Lust, gegen einen Schüler zu verlieren«.

 

Letzter Höhepunkt der Meisterschaft ist der Nationencup, die eigentliche EM. Um Verwechslungen mit der von der ITSF (International Table Soccer Federation) veranstalteten Europameisterschaft zu vermeiden, trägt der Sieger den Titel »P4P Nationencup Champion«. Als amtierender P4P-Weltmeister von 2006 startet das deutsche Team als Favorit. Nach souverän gemeisterter Vorrunde und einem aufreibenden Halbfinalsieg über die Schweiz geht es im Endspiel gegen Belgien. Die Gastgeber kommen gut in die Spiele, haben schon eine Hand am Cup, scheitern jedoch immer wieder an den Big Points. In der entscheidenden Phase macht sich bemerkbar, dass die meisten von ihnen seit drei Tagen auch die Turnierleitung schmeißen. Der Gegner – angeführt von Captain Collignon – scheint das Nachlassen der Kräfte zu spüren, kann entscheidend nachlegen und die Partie herumreißen. Belgien ist neuer Europameister. »Ein ganz knappes Ding«, sagt Teamchef Uli Stoepel später, »war auch eine Menge Pech dabei.«

 

Der Teamchef ist gleichzeitig frisch gewählter P4P-Vorsitzender und Mitglied der P4P-Nationalmannschaft. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte setzt sich die erste Garnitur auch aus Spielern zusammen, die sonst im Nationalkader des Deutschen Tischfußballbundes (DTFB) antreten. Das sorgt für Gesprächsstoff. Stoepel steht für einen neuen Schmusekurs der Verbände, die bislang misstrauisch auf Distanz geblieben waren. Stoepel sagt: »Ich denke, wir können auch in Zukunft ganz gut nebeneinander bestehen.«

 

So oder so sind die nächsten Turniere schon gebucht: Zuerst pilgert die P4P-Gemeinde nach Hannover, dann nach Zürich und später ins französische Sainte- Savine. Ende Oktober ist dann wieder die deutsche Meisterschaft fällig, und in zwei Jahren – da legt sich der Vorsitzende fest – wird es auch wieder eine P4P-WM geben. Wo und unter welchen Umständen, bleibt offen. Ebenso, ob ein solches Mega-Event noch einmal in ein so gemütliches Nest passt.

 

»Kleiner Riss mit großen Folgen«

Auftraggeber: mdsCreative / Medium: Berliner Zeitung

Kein Foul, keine Grätsche, nicht mal ein kleiner Rempler. Nach dem Kicken mit den Kollegen rätselte Ronny Deußen, was ihn in der Leistengegend zwickte. „Das fühlte sich an wie eine kleine Zerrung, nichts besonderes“, sagt der 28-jährige Hobby-fußballer. Nur als er später das Bein hob, um sich die Schuhe auszuziehen, war da „dieser leichte Schmerz“.

 

 

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Fachbeitrag, Medizin

Auftraggeber: mdsCreative / Medium: Berliner Zeitung

>Gesundheitsbeilage "schön gesund"

»Kleiner Riss mit großen Folgen«

Kein Foul, keine Grätsche, nicht mal ein kleiner Rempler. Nach dem Kicken mit den Kollegen rätselte Ronny Deußen, was ihn in der Leistengegend zwickte. „Das fühlte sich an wie eine kleine Zerrung, nichts besonderes“, sagt der 28-jährige Hobbyfußballer. Nur als er später das Bein hob, um sich die Schuhe auszuziehen, war da „dieser leichte Schmerz“. Am nächsten Tag, bei der Arbeit, störte das nicht weiter. Als es nach drei Wochen nicht besser wurde, ging Deußen zum Arzt, der schnell erkannte: klarer Fall von Leistenbruch. Zwei Monate später lag der Hobbyfußballer auf dem OP-Tisch.


Jedes Jahr werden in Deutschland 250.000 derartige Operationen durchgeführt. Der Leistenbruch ist die häufigste Form des sogenannten Eingeweidebruchs. Die Bezeichnung „Bruch“ ist insofern irreführend, weil in der Leistengegend keine Knochen knacken, sondern geschwächtes Bindegewebe reißt. Aus der Lücke kann ein Stück des Darms dringen, das unter der Haut eine mehr oder weniger große Ausstülpung bildet. 90 Prozent der Betroffenen sind Männer. Das liegt an einer empfindlichen Sollbruchstelle im männlichen Leistenbereich. Die entsteht, weil sich im Embryo-Stadium der Hoden aus der Bauchhöhle in den Hodensack senkt und den Leistenkanal hinterlässt, in dem der Samenstrang sowie Versorgungsgefäße verlaufen. Dieser Übergang bildet eine Schwachstelle in der Bauchwand, die bei einem direkten Leistenbruch beschädigt wird. Nur bei jedem sechsten Leistenbruch-Patienten reißt die Bauchwand an anderer Stelle (indirekter Bruch).

 

Den Darm zurückquetschen.

 

Sich einen Bruch zu heben, ist verblüffend leicht. Ursache ist in den meisten Fällen eine genetische Anlage zur Bindegewebsschwäche in Kombination mit einer körperlichen Belastung. Dazu muss nicht erst eine Waschmaschine in den fünften Stock geschleppt werden, ein Leistenbruch kann auch durch ein starkes Husten entstehen. Kleinere Ausstülpungen lassen sich vom Arzt zurück in den Bauch drücken und bis zur Operation ist keine Eile geboten. Ist der Bruch jedoch so eng, dass sich ein ausgestülpter Darm nicht zurückquetschen lässt, oder so groß, dass die Auswölbung komplette Darmabschnitte enthält, herrscht höchste Alarmstufe. Denn klemmt der Darm ein, können Teile absterben (Darmnekrose) und müssen schleunigst entfernt werden. Dieser Verlauf ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch lebensgefährlich.

 

Ohne Implantat, mit Schmerzen.

 

Ist der Leistenbruch mit Schmerzen verbunden, wird sofort operiert. Grundsätzlich geht es darum, den Bruchinhalt wieder in den Bauchraum zu verlagern, die Bruchpforte zu schließen und die Leistenkanalhinterwand zu stabilisieren. Bewährt hat sich die Shouldice-Methode. Dabei wird über einen Schnitt in der Leiste Haut, Fett, Muskel- und Bindegewebe durchtrennt und der Bruch freigelegt. Anschließend werden die geschwächten Bindegewebs- und Muskelschichten unter Einbindung des benachbarten Leistenbands verstärkt. Vorteile: Die OP kann in Lokalanästhesie und auch ambulant erfolgen, es bleibt kein Fremdmaterial im Körper und die Rückfall-Quote ist gering. Nachteil: Die Schmerzen können bis zu zwei Wochen nach der OP anhalten, und weil auch die Narbenbildung Zeit braucht, ist die Maximalbelastung der Bauchwand erst nach sechs Wochen möglich. „Bei jungen Patienten mit kleinen Defekten ist die offene Operation ohne Implantat das Mittel der ersten Wahl“, sagt Sven Schmidt, Oberarzt der minimal-invasiven Chirurgie an der Berliner Charité.


Blick in den Bauch.

 

Älteren Patienten hilft ein Implantat am besten. Als solches dient ein bindegewebestützendes Kunststoffnetz, das sich in einer offenen Operation oder endoskopisch montieren lässt. Bei der minimal-invasiven Leistenbruchoperation wird zunächst über einen kleinen Schnitt am Nabel eine Kamera in den Bauch eingebracht und die Bauchdecke durch Einbringen eines medizinischen Gases angehoben. So entsteht ein Hohlraum. Der Blick auf das Innere wird auf einen Monitor übertragen. Über zwei weitere Schnitte werden die Instrumente in den Bauch geführt und damit der Bruchsack aus der Bruchpforte gelöst. Diese wird durch ein spezielles Kunststoffnetz verschlossen und damit zugleich der Leistenkanal verstärkt. Bei dieser Methode, die eine Vollnarkose erfordert, seien erfahrungsgemäß die Schmerzen nach der OP geringer, sagt der Berliner Arzt. Allgemein hänge der Erfolg jedoch weniger von der Methode, als von der Erfahrung des ausführenden Chirurgen ab: „Spezialisierte Kliniken und Zentren erzielen die besten Ergebnisse.“ Wurde der Eingriff unter örtlicher Betäubung vorgenommen, kann der Patient nach kurzer Beobachtungsphase das Krankenhaus verlassen.

 


Ronny Deußen kickt mittlerweile wieder mit seinen Kollegen. Rechts am Bauch hat er eine etwa sieben Zentimeter lange Narbe und es ist gut möglich, dass bald ein weitere dazu kommt. Denn mittlerweile, sagt er, zwickt es links.

»Sensible Fracht«

Auftraggeber: mdsCreative / Medien: Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau

Anselm Kiefer ist alles andere als leichte Kost. Seine überdimensionierten Werke sind bleihaltig, wiegen hunderte Kilo und tragen Titel wie „60 Millionen Erbsen“. Was der Maler und Bildhauer schafft, liegt Betrachtern schwer im Magen. Eine Herausforderung für Hartgesottene sind die Werke jedoch nicht erst in einer Ausstellung, sondern bereits davor – wenn der Transport ansteht.

 

 

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Porträt, Logistik

Auftraggeber: mdsCreative / Medien: Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau

>Beilage "Wirtschaft KölnBonn regional"

»Sensible Fracht«

Anselm Kiefer ist alles andere als leichte Kost. Seine überdimensionierten Werke sind bleihaltig, wiegen hunderte Kilo und tragen Titel wie „60 Millionen Erbsen“. Was der Maler und Bildhauer schafft, liegt Betrachtern schwer im Magen. Eine Herausforderung für Hartgesottene sind die Werke jedoch nicht erst in einer Ausstellung, sondern bereits davor – wenn der Transport ansteht. Das weiß keiner besser als Hans-Ewald Schneider. Der Geschäftsführer des Logistik-Dienstleisters Hasenkamp sorgte dafür, dass die Kiefer-Kunst vor kurzem zu einer Museums-Neueröffnung nach Tel Aviv kam. „Die Bilder reichen ja mitunter von der Zwei- in die Dreidimensionalität“, sagt er. „Das war schon schwierig.“

 

Letztlich aber auch nur Routine. Das 1903 gegründete Unternehmen mit Sitz in Köln-Frechen begann nach dem Zweiten Weltkrieg, als in Schutz gebrachte Kunstwerke ins Rheinland zurückkehrten, mit dem Transport der sensiblen Frachtgüter. Heute hat es sich damit europaweit einen Namen gemacht. Zum Firmen-Portfolio gehören zwar auch Logistik-Software, Umzüge und der Aufbau technischer Großanlagen. Die Kunsttransporte machen jedoch 40 Prozent des Umsatzes aus und sind das Herzstück von Hasenkamp. Egal, ob sakrale Kostbarkeiten aus tibetanischen Klöstern in die Essener Villa Hügel oder Jahrtausende alte Steinblöcke mit Götterdarstellungen aus der sudanesischen Ruinenstadt Naga nach Berlin müssen: die Kölner bringen es.

 

Kleine Schäden gibt es in diesem Geschäft nicht. „Die Toleranzgrenze zwischen gut und schlecht ist bei uns extrem dünn“, sagt Schneider. Damit die in Millionenhöhe versicherten Güter angemessen befördert werden, erwartet er von den geschulten Fahrern, Packern und Schreinern nicht nur Erfahrung, sondern auch „eine Liebe zum Beruf“. Künstlerische Hobbys, sagt er, sind unter den Mitarbeitern keine Seltenheit. Bei den penibel vorbereiteten Transporten operieren sie mit anspruchsvoller Klima- und Sicherheitstechnik. Etwa 45 Spezialfahrzeuge sind für den Kunsttransport ausgerüstet. Äußerlich unterscheiden sie sich nicht von den anderen rund 200 Umzugs-Lkw des Unternehmens. Die Antennen der sensiblen Sicherheitstechnik sind gut versteckt, die aufwendige Klimaanlage von draußen nicht zu erahnen. Diskretion ist oberstes Gebot, Aufsehen soll die Fracht erst im Museum erregen.

 

Je nach Frachtgut wird Logistik aber auch zum Spektakel. Selbst für erfahrene Fachleute wie Iris Kleene. In ihrer langjährigen Arbeit als Hufheilpraktikerin hat sie unzählige Pferdetransporte begleitet. In Erinnerung geblieben ist ihr ein Zwischenfall, der sich am Rande einer Veranstaltung in Aachen ereignete. Nach dem Hengst-Casting verweigerte ein Kandidat den Einstieg in seinen Hänger und widersetzte sich anschließend den Bemühungen von immerhin sieben kräftigen Anschiebern. „Einer zog am Kopf, vier an den Beinen und zwei an einer Longe, die um das Hinterteil gespannt war“, berichtet Iris Kleene. Mit sanfter Gewalt beförderten sie den widerborstigen Passagier zentimeterweise in die Kabine. Das dauerte zwei Stunden und kostete viel Schweiß.

 

Seit fast 70 Jahren befördert das Kölner Unternehmen Jean Harzheim wertvolle auch Rennpferde – mitunter durch halb Europa. Das Personal besteht aus geschulten Pferdewirten, die Anhänger sind Spezialanfertigungen. Die Gefährte sind zwölf Meter lang und rund 2,30 Meter breit. In ihren Aufsetzern sind sechs Kabinen untergebracht, die sich bei Bedarf vergrößern lassen. Zwischen den Pferdeboxen ist außerdem ein Platz für einen zweibeinigen Begleiter eingebaut, der die bis zu 100.000 Euro pro Kopf versicherten Traber und Galopper unterwegs im Auge behält. In der Hochsaison sind die Lkw täglich unterwegs. Bei weiten Reisen – etwa nach Rom – hängt hinten am Tross noch ein Wagen mit Proviant.

 

Wenn bei den Johannitern in Köln-Ostheim das Telefon klingelt, rennt die Zeit. Beim Organtransport geht es nicht selten um Leben oder Tod. Der Regelfall sind zwei bis drei Einsätze pro Woche, sagt Bereichsleiter Hans Nix. Die Fahrer nehmen in einer Klinik eine Styropor-Box in Empfang und liefern sie am Zielort im Großraum Köln ab. Einige Touren führen auch zu den regionalen Flughäfen, von wo die Organe ins Ausland gehen. Das Fahrerteam ist speziell ausgebildet und rund um die Uhr einsatzbereit. Die Verantwortung wiegt schwer. Während standardmäßige Krankenfahrten versichert sind, lässt sich der Gegenwert eines Organs nicht beziffern – und eine Beschädigung nicht in Geld aufwiegen. „Wir transportieren ein wertvolles Gut“, sagt Nix. Von wem die Herzen, Lebern, Bauspeicheldüsen, Nieren oder Lungen stammen und für wen sie bestimmt sind, wissen die Johanniter nicht. Solche Daten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Kalt lässt die Fahrer ihre Fracht dennoch nicht. „Alle beschäftigen sich mit dem Thema. Die meisten tragen einen Organspendeausweis bei sich“, betont Bereichsleiter Krupp.

 

»Ein kurzes, atemloses Leben«

Medium: Kölner Stadt-Anzeiger

Wenn die Zeit knapp wird, zählt jeder Augenblick. Das hatte Jonathan Schnee schon als Kind begreifen müssen. Als er vier Jahre alt war, diagnostizierten Ärzte bei ihm Mukoviszidose, eine unheilbare Lungen-krankheit, die in den meisten Fällen zu einem frühen Tod führt. Dem diktierten Schicksal begegnete Joni, wie ihn seine Freunde nennen, mit wütendem Schaffensdrang. Als Rapper Breathless spielte er ein Album ein, das diesen Freitag vorgestellt wird – dem Tag, an dem Jonathan 24 Jahre alt geworden wäre.

 

 

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Breathless
Porträt, Musik

Medium: Kölner Stadt-Anzeiger

>Lokalteil Köln

»Ein kurzes, atemloses Leben«

Wenn die Zeit knapp wird, zählt jeder Augenblick. Das hatte Jonathan Schnee schon als Kind begreifen müssen. Als er vier Jahre alt war, diagnostizierten Ärzte bei ihm Mukoviszidose, eine unheilbare Lungenkrankheit, die in den meisten Fällen zu einem frühen Tod führt. Dem diktierten Schicksal begegnete Joni, wie ihn seine Freunde nennen, mit wütendem Schaffensdrang. Als Rapper Breathless spielte er ein komplettes Album ein, das diesen Freitag vorgestellt wird – dem Tag, an dem Jonathan 24 Jahre alt geworden wäre.

 

Mukoviszidose ist eine angeborene Stoffwechselkrankheit, an der in Deutschland etwa 8000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leiden. Zäher Schleim verstopft lebenswichtige Organe, die Symptome sind chronischer Husten, schwere Lungenentzündungen, Verdauungsstörungen und dadurch auch Untergewicht. Das Immunsystem ist sehr schwach. Obwohl er viele Zeit in Krankenhäusern und bei der täglichen Therapie verbrachte, spielte Jonathan als Kind auch Fußball, feierte später Partys und zog mit seinen Freunden, der Hip-Hop-Crew „emzays“, um die Häuser. „Die Krankheit hat Joni stark eingeschränkt, aber er hat immer versucht, das beste daraus zu machen“, sagt sein Kumpel Julian Buning.

 

Zum Ungang mit der Krankheit gehörte für Jonathan, sich ihr nicht kampflos zu ergeben. „Ich bin krank, schlucke einen Haufen Mist, und trotzdem geh ich meinen Weg, die andern, die verlaufen sich“, rappt er im Song „Krank vor Wut“, nach dem auch das Album benannt ist. Die Energie, diesen besonderen Weg zu gehen, bezog Breathless, wie er sich in Anspielung auf seine Krankheit nannte, aus der Musik. „Meine Therapie ist Rappen und auch Beats bauen, Mukke machen, 24 Stunden am Tag“, lautet ein Refrain. In den letzten Monaten drehte sich bei Jonathan alles um die Musik, um sein Album, das er unbedingt fertig stellen wollte.

 

Täglich und oft bis weit in die Nacht saß der Mediengestalter in seinem Heimstudio und arbeitete unermüdlich an Beats, Samples und Reimen. Ende letzten Jahres konnte er die wenigen Treppenstufen bis dorthin nur noch mit einem Atemgerät bewältigen. Oben angekommen fand der Künstler trotzdem noch Atem, seine Reime ins Mikro zu rappen. „Diese Entschlossenheit, mit der Joni sein Ding durchgezogen hat“, sagt Julian, habe ihn immer sehr beeindruckt. Anfang März war die Arbeit am Album beendet, und kurz darauf meldet sich das Kölner Rap-Label „Al dente recordz“, das „Krank vor Wut“ veröffentlichen wollte. „Als alles fertig und geregelt war“, erinnert sich sein Kumpel Julian, „war Joni sehr zufrieden.“ Wenige Tage später ist Jonathan Winter gestorben.

 

Seine Freunde und Arbeitskollegen der Firma Breitbanddesign haben die Gestaltung des Albums übernommen und ein Booklet entworfen, das mehr ist als dekoratives Beiwerk. Die Bilder, vor allem die Texte darin erzählen von einem mit viel Wut und – trotz aller Aussichtslosigkeit – auch mit Humor und Selbstironie geführten Kampf gegen ein vorgezeichnetes Schicksal. Breathless hinterlässt damit ein Album, das in höchstem Maße enthält, worum sich zahlreiche Hip-Hop-Bands mit aufgesetztem Image und peinlichem Gehabe vergeblich bemühen, nämlich Authentizität und Glaubwürdigkeit. Ohne sich als solches aufzuspielen liefert Breathless ein inspirierendes Stück über den Umgang mit Schicksal und Zeit. Und nebenbei ist es auch verdammt gute Rapmusik.

»Kickern kennt keine Kasten«

Kickerliebe (im Eigenverlag entwickeltes, herausgegebenes und vertriebenenes Magazin)

Indien ist ein Land, das mehr Fragen stellt als beantwortet: Wie kommen die Menschen dort in diesem gigantischen Chaos zurecht? Wie kommen einige von ihnen auf die Idee, im Kickern läge die Zukunft des ganzen Landes? Und was um Himmels Willen hat eine Busladung Tischfußballer aus Deutschland dort verloren? Ein Reisebericht.

 

 

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Kickerliebe 02
Reiseeportage, Indien

Kickerliebe (im Eigenverlag entwickeltes, herausgegebenes und vertriebenenes Magazin)

>Titelgeschichte Ausgabe 2

»Kickern kennt keine Kasten«

Indien ist ein Land, das mehr Fragen stellt als beantwortet: Wie kommen die Menschen dort in diesem gigantischen Chaos zurecht? Wie kommen einige von ihnen auf die Idee, im Kickern läge die Zukunft des ganzen Landes? Und was um Himmels Willen hat eine Busladung Tischfußballer aus Deutschland dort verloren? Ein Reisebericht.

 

Ausnahmezustand an der Manav Mangal Smart School. Es ist früher Nachmittag in Chandigarh im Norden Indiens, der Unterricht vorbei. Hunderte von Schülern in der Aula rutschen aufgeregt auf ihren Stühlen. Am Eingang wartet das Empfangskomitee, Mädchen in leuchtenden Gewändern mit Körben voller Blumenkränzen und Schälchen mit roter Pulverfarbe. Es duftet süß. Die Mitschüler haben für den heutigen Tag Tänze und Lieder einstudiert, sogar ein Theaterstück. Lokale Berichterstatter beziehen Stellung, Rektoren benachbarter Schulen studieren ihre Redemanuskripte. Auch Staatsminister Ravneet Singh Bittu hat sich Zeit genommen. Kameras blitzen, ein Raunen geht durch die Reihen – endlich, die Gäste sind da: 23 Tischfußballspieler aus Deutschland.

 

Tischfußball ist in Indien, einem Land ohne Kneipenkultur, in erster Linie Schulsport. Seine westliche Tradition verleiht ihm ein modernes Image, das auf Funktionäre und Unterstützer ausstrahlt. „Wir spielen Tischfußball, um zu zeigen, dass Indien ein fortschrittliches und offenes Land ist“, sagt Schulleiterin Harneet Singh beim Empfang der deutschen Delegation an der D.A.V. Public School in Parwanoo. Vishesh, ein aufgeweckter 13-Jähriger von der Cambridge School in Dhuri, beschreibt das Spiel sogar als Instrument sozialer Integration. „Tischfußball ist gut für die Leute. Es macht Spaß, und es kennt keine Kasten.“

 

Das klingt alles viel zu groß für diesen kleinen Sport. Indien, dieses viel zu groß geratene Land fühlt sich trotz Wirtschaftsboom und seiner gigantischen Größe noch immer zu wenig geachtet. Dem Tischfußballsport in Europa geht es ähnlich. Nach Jahrzehnte-langem Schattendasein organisieren sich immer mehr Cliquen und Klubs, die sich in Ligen und Verbänden national und global vernetzen. Der Sport entwickelt sich rasant, genau wie Indien. Vielleicht wächst da etwas zusammen und miteinander, was von einander profitieren kann. Acht Tage dauert unsere Reise. Drei sind für die India Open eingeplant, die restlichen für den aussichtslosen Versuch, sich ein Bild von einem Land zu machen, das westliche Besucher im Minutentakt überwältigt, verzaubert oder erschüttert.

 

Die Reise nach Südostasien ist ein Gegenbesuch, eingefädelt von Volker Gröschl (48). Der Vorsitzende des Hessischen Landesverbands steht schon seit Jahren in Kontakt mit Yadwinder Singh. Der 24-jährige ist Sekretär und der beste Spieler des noch jungen indischen Tischfußballverbands. Seit 2003 sammelt der TSFI auf internationalen Turnieren Kicker-Know-How und Kontakte. Zwei Mal war Yadwinder bei „Mr. Volker“ in Großwallstadt zu Besuch, und nun hat er eingeladen: zur zweiten India Open in seiner Heimatstadt Chandighar. Die Tagestouren führen nach Delhi, zum Megamausoleum Taj Mahal in Agra, hinauf in den Himalaya und zum Goldenen Tempel in Amritsa, dem höchsten Heiligtum der Sikh. Die Glaubengemeinschaft – man erkennt ihre Anhänger an den aufwändig gebundenen Turbanen – ist religiöse Minderheit und gesellschaftliche Elite zugleich. Auch Yadwinder, seine Kickerkollegen und auffallend viele TSFI-Offizielle tragen den traditionellen Kopfschmuck. Ihre Morgentoilette dauert deshalb locker eine Viertelstunde länger als die eines Durchschnittseuropäers.

 

Unser Reisebus, halbwegs modern, holt das wieder rein. Aus den Fahrzeugen, an denen er vorbeirauscht, blicken staunende Gesichter. Kinder, die am Straßenrand spielen, winken. „Blow your horn“ empfiehlt eine Inschrift auf einem der vielen bunten Lastwagen, „Use dipper at night“ eine andere. Unser Fahrer braucht keine Ratschläge. Seine Hupe malocht bis zur Erschöpfung, verscheucht Geisterfahrer und alles, was zu langsam ist. Dazu morst die Lichthupe ein nervöses Alphabet. Die Straße vor uns blinkt in der Dämmerung wie unter einem Stroboskop.

 

An das Blitzlicht gewöhnt man sich rasch. Ob bei feierlichen Empfängen, auf der Straße oder am Kickertisch: Für eine Woche sind wir die vermutlich meistfotografierte Gruppe südlich des Himalajas. Begehrtes Motiv: die großgewachsenen Blondschöpfe, vor allem aber das Nesthäkchen unserer Gruppe, Torben Merz. Der 14-Jährige aus der Nähe von Großwallstadt ist die große Nachwuchshoffnung der deutschen Kickerzunft. Bei den offiziellen Ehrungen zum Turnier, wo vor allem Helfer und Funktionäre des indischen Verbandes Pokale und Medaillen einheimsen, wird auch Torben mit Preisen überhäuft. Die Kollegen, die jungen Inder, die Ehrengäste: Alle applaudieren verzückt. Torben winkt ihnen zu. Sein Talent, sein smarter Look, sein bescheidenes Auftreten – das alles macht ihn zur idealen Projektionsfläche für ihre Träume. Und zur Heldenfigur künftiger Legenden.

 

Die deutsche Szene mit ihren rund 6000 sportlich ambitionierten Tischfußballern ist die größte der Welt, und dennoch: Man kennt sich. Wie jede eingeschworene Gemeinschaft hat auch sie ihre Identität stiftenden Mythen über charismatische Szene-Freaks. Anekdoten, unvergessliche Duelle, chaotische Touren. Spätabends plaudern die einstigen Weltmeister Oktay Mann und Thierry Müller aus dem Nähkästchen. Die Zuhörer wischen sich Lachtränen aus den Augen. Reiseführer Volker fotografiert in höchster Erregung. So füttert man den Mythenschatz.

 

Der Empfang in der Schulaula ist beendet. In der Turnhalle warten die Tische auf ihren Einsatz. Gröschl legt Blumen und Orden beiseite und übernimmt die Turnierleitung. An mehreren Tischen fehlen Gegner, die Spieler bei den Stangen zu halten erfordert logistisches Geschick. Wenige bleiben bis zu den hochklassigen Finals, kaum jemand interessiert sich für die Tricks der weitgereisten Cracks. Gröschl winkt ab und schmunzelt. „Wem willst du da böse sein?“ fragt er. „Schau dir an, was die für einen Spaß haben!“ Die Weltherrschaft kann warten.

 

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»Vorfahrt für grünen Handel«

Auftraggeber: mdsCreative / Medien: Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau

Wenn es um Ressourcen geht, vergessen die Angelsachsen ihre kühle Zurückhaltung. Während hierzulande die Umstellung auf nachhaltiges Wirtschaften noch in den Kinderschuhen steckt, wird sie anderorts schon seit Jahren vorangetrieben und marketingtechnisch ausgenutzt. „In Deutschland überwiegen noch die Zweifel, ob Nachhaltigkeit wirklich sinnvoll ist“, sagt Klaus Ballas, Partner des Beratungshauses J&M-Consulting AG. „In England und den USA macht man einfach.“

 

 

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ECOlogne
Wirtschaft, grüne Warenkette

Auftraggeber: mdsCreative / Medien: Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau

>Ecologne – Magazin für nachhaltiges Leben

»Vorfahrt für grünen Handel«

Wenn es um Ressourcen geht, vergessen die Angelsachsen schnell ihre kühle Zurückhaltung. Während hierzulande die Umstellung auf nachhaltigeres, Ressourcen schonendes Wirtschaften noch in den Kinderschuhen steckt, wird sie im angelsächsischen Raum schon seit Jahren vorangetrieben und vor allem marketingtechnisch ausgenutzt. „In Deutschland überwiegen noch die Zweifel, ob Nachhaltigkeit wirklich sinnvoll ist“, sagt Klaus Ballas, Partner des Beratungshauses J&M-Consulting AG. „In England und den USA macht man einfach.“

 

Leitmotiv Nachhaltigkeit.

 

Unter den großen Handelskonzernen übernahm der US-Riese Wal-Mart eine Vorreiterrolle. Vor fünf Jahren erhob der damalige Geschäftsführer Lee Scott die ökologische Nachhaltigkeit zum strategischen Leitmotiv. So sollte nicht nur die Natur geschont, sondern auch gesichert werden, dass jene Generation von Kunden dem Unternehmen die Treue hält, die Umweltverträglichkeit ebenso hoch schätzt wie niedrige Preise. Seitdem modernisierte Wal-Mart seine Fahrzeuge, installierte Solarzellen auf den Filialendächern und benutzt zunehmend Strom aus regenerativen Energiequellen. Die Filialen sollen ihren Energieverbrauch um 20 Prozent drücken, die Lkw-Flotte sogar ein Viertel einsparen. Auch das Angebot wurde grüner: Seit zwei Jahren verkauft Wal-Mart etwa nur noch konzentriertes Waschmittel, was laut Eigenangaben 1,5 Milliarden Liter Wasser sparen soll.

 

Strategie kommt nach Deutschland.

 

Hierzulande haben Handelsketten begonnen, zumindest punktuell nachhaltig zu wirtschaften. Die Metro-Gruppe, zu der Unternehmen wie Media Markt, Saturn, Galeria Kaufhof sowie die Real SB-Warenhäuser gehören, hat ein Gremium gegründet, das konzernweit verbindliche Standards sichern soll. Die Gruppe sieht mit einer führenden Position im Bereich der Nachhaltigkeit auch Wettbewerbsvorteile verbunden. „Nachhaltigkeit ist ein neuer strategischer Pfeiler“, sagt Eckhard Cordes, Vorstandschef der Gruppe. Der Konzern hat sich etwa vorgenommen, seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahre 2015 um 15 Prozent je Quadratmeter Verkaufsfläche zu senken. Ein anderes Projekt ist die Förderung des nachhaltigen Fischfangs. So unterliegt strengen Kriterien, was am Ende bei Real in der Fischtheke strandet. Beim Einkauf werden ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt. So müssen die Lieferanten lückenlos nachweisen, aus welchem Gebiet die Ware stammt und ob der Fisch in freier Wildbahn gefangen oder in Aquakulturen gezüchtet wurde. Bei der Zusammenstellung des Sortiments ist der Wildfang mit Zertifikat erste Wahl.

 

Viele Ansätze.

 

Elementarer Bestandteil des Supermarkts ist die Kasse – und auch hier lassen sich Ressourcen schonen. Die Rewe Group testet in ihren Märkten Strom sparende Kassensysteme, in denen sich die eingebundenen Computer lediglich auf die für den Kassierprozess wesentlichen Leistungen beschränken. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich der Strombedarf mit Hilfe des energiesparenden Konzepts um knapp 50 Prozent senken lässt. Bei rund 15.000 umgerüsteten Kassensystemen sollen sich so jährlich rund 2,83 Millionen Kilowattstunden Strom einsparen. Das entspricht etwa dem Stromverbrauch von 800 Vier-Personen- Haushalten.

 

Grün spart.

 

Der deutsche Mittelstand sei bei der Umstellung insgesamt noch zurückhaltend, sagt Ballas, der Unternehmen bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Strategien berät. Dass ökologisch sinnvolles Wirtschaften nicht unbedingt Verzicht und Einschränkung bedeuten muss, zeigt das Beispiel des schwäbischen Schoko-Herstellers Ritter Sport. Für seine Bio-Schokolade verarbeitet das Unternehmen Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft, deren Qualität von neutraler Stelle überprüft wird. Dass der Kakao aus Peru und Ecuador, die Mandeln und Sultaninen aus Kalifornien und die Cashewkerne aus Tansania beschafft werden, muss nicht im Widerspruch zum ökologischen Anspruch stehen. „Wie bei allen Produkten mit tierischen Zutaten wird auch bei der Herstellung von einer Vollmilch-Schokolade sehr viel CO2 erzeugt – unter Umständen mehr als bei dem Transport von Gütern“, so Ballas.

 

Dass sich durch grüne Korrekturen auch Geld sparen lässt, zeigte die Heidelberger Rudolf Wild GmbH, ein Hersteller von Zutaten und Vorprodukten für die Lebensmittelindustrie mit weltweit 2.500 Mitarbeitern. Durch die Umstellung der Logistik von der Straße auf die Schiene wurden die Anlieferung innerhalb Deutschlands bei sinkenden Kosten effizienter und zuverlässiger. Außerdem ließen sich pro Jahr 120.000 Liter Diesel einsparen und der CO2-Ausstoß um 250 Tonnen senken.

 

Kurze Wege.

 

"Gutes von hier" – die Supermarkkette Globus setzt auf kurze Wege. Denn die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern schont die Umwelt und sichert vor Ort Arbeisplätze. Kurze Wege liegen auch zwischen den Erzeugern und den Endverbrauchern der Supermarkt-Kette Alnatura. „Unsere Kunden wünschen saisonale Waren aus ihrer Umgebung“, sagt die Sprecherin Stefanie Neumann. Die Erzeugnisse von regionalen Bio-Bauern sind seit über 25 Jahren Bestandteil des Alnatura-Sortiments. Für einen ökologisch einwandfreien Anbau garantieren strenge Gütesiegel. „Die EU-Bioverordnung sieht vor, dass die Zutaten zertifizierter Produkte zu 95 Prozent aus ökologischer Herstellung stammen“, so Neumann. „Bei uns sind es 100 Prozent.“ Zusätzlich zur CO2-Reduzierung durch die kurzen Lieferwege wird bei bei Alnatura auch direkt in den Filialen Energie gespart. Die Kühlregale stehen hinter verschließbaren Glastüren und können so die Kälte besser speichern – eine Form kühler Zurückhaltung, die der Nachhaltigkeit nur nutzen kann.

 

 

 


Journalist

Ein Dorf im Sauerland musste im Winter 1996 tagelang ohne fließendes Wasser auskommen. Keine Dusche, keine Klospülung, ein Leben zwischen Kanistern. Vor Ort führte ich meine ersten Interviews und knipste mit der Redaktionskamera. Am nächsten Tag brachte der Lokalteil meine erste Reportage – auf fast einer Seite.

 

Seit damals hat mich die Lust am Schreiben nicht losgelassen. Geschichten aufzuspüren, sie zu erfassen und in lebendigen Bildern zu erzählen, erfüllt mich.

 

 

PR-Texter

Der Umgang mit Sprache ist faszinierend. In meinem Germanistik-Studium habe ich gelernt, ihre Herkunft und Entwicklung, ihre Strukturen und literarischen Blüten besser zu verstehen. Heute nutzte ich sie als mein Werkzeug: Gute Texte machen Kompliziertes einfach, wecken Neugier, bringen eine Botschaft auf den Punkt.

 

Als PR-Texter reizt mich, Themen zu entwickeln und ihre überzeugende, zielgerichtete Vermittlung zu konzipieren. Jedes Mal eine neue Herausforderung.

 

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Über mich

Ich bin nicht nur Texter und Journalist, sondern auch Ehemann und Vater, Förderer des Wallraff-Richartz-Museums und des Museums Ludwig sowie Kapitän der Kölner Tischfußball-Mannschaft Kickerliebe. Außerdem liebe ich Musik, die von Vinyl kommt, und Ausflüge in die Natur. Die versuche ich auch im Alltag so gut es geht zu schützen – unter anderem dadurch, dass der Server dieser Seite garantiert ohne Atomstrom läuft.

 

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